Forschung

Allgemeine Schwerpunkte

Die wissenschaftliche Aktivität des Instituts hat sich zunächst insbesondere aus den Forschungsgebieten der bisher hier tätigen Lehrpersonen sowie der jeweiligen Dissertationsprojekte entfaltet. Dazu gehören unter anderem

  • als musikhistorische Ebenen: Musik des 18. bis 20. Jahrhunderts und insbesondere auch zeitgenössische Komposition, die Musik für Tasteninstrumente in ihrer frühen bis späten Geschichte;
  • als theoretische Aspekte: musikalische Gattungstheorie und ‑geschichte, Verhältnis von Musiktheorie und Musikwissenschaft, musikalischer Taktbegriff;
  • Fragen der musikalischen Hermeneutik: Werkverständnis, Rezeptions- und Interpretationsforschung;
  • Fragen der Musiksoziologie: ästhetisches Bewusstsein in Relation zu gesellschaftlichem Wandel.

Mit Erweiterung des Instituts zum Wintersemester 2015/16 kamen spezielle Forschungszweige hinzu, so vor allem durch Prof. Dr. Ulrich Kaiser auf musiktheoretischem Gebiet (u.a. Mozart-Forschung sowie Pop-/Rockmusik), außerdem zwischenzeitlich – aufgrund der von der Universität Eichstätt-Ingolstadt für zwei Jahre (bis Herbst 2017) umgesiedelten Forschungsstelle – zum Komponisten Johann Simon Mayr und seinem Umfeld.
Mit der Neuberufung von Prof. Dr. Friedrich Geiger wird der Schwerpunkt auf Musik des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart erstrangig aktualisiert, inklusive besonders der Musik in Diktaturen und der populären Musik. Das ebenfalls neu ins Leben gerufene Ben-Haim-Forschungszentrum (Dr. des. Tobias Reichard) setzt zudem einen spezifischen Akzent auf Jüdische und NS-verfolgte Musik. 

Zu den bisherigen wissenschaftlichen Schwerpunkten hier einige beispielhafte Texte:


Ben-Haim-Forschungszentrum: Dr. des. Tobias Reichard

Das Ben-Haim-Forschungszentrum untersucht die Geschichte und die Musik verfolgter Komponistinnen und Komponisten sowie die jüdische Musikkultur in ihrer ganzen Vielfalt vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus mit Schwerpunkt im süddeutschen Raum. Nicht zuletzt aufgrund ihres Hauptgebäudes an der Arcisstraße 12, einem ehemaligen Repräsentationsbau des Nationalsozialismus, sieht sich die Hochschule hierbei in besonderer historischer Verantwortung. Zahlreiche Biographien ehemaliger Mitglieder, Schülerinnen und Schüler der Akademie der Tonkunst sind untrennbar mit der NS-Vergangenheit verbunden.
So auch im Falle des Namensgebers des Forschungszentrums, Paul Ben-Haim: Der 1897 in München als Paul Frankenburger geborene Dirigent, Komponist und früherer Schüler der Hochschule emigrierte aufgrund massiver antisemitischer Anfeindungen 1933 nach Palästina, wo er seinen Nachnamen in Ben-Haim („Sohn Heinrichs“) änderte. Ben-Haims Biographie steht stellvertretend für viele andere jüdische Musikerinnen und Musiker, die vom Nationalsozialismus vertrieben wurden. Während seines Exils und bis zu seinem Tod 1984 in Tel Aviv wurde er zu einer der einflussreichsten Personen für das Musikleben Palästinas und die Entwicklung eines israelischen Nationalstils.

Kontakt: Tobias.Reichard[at]hmtm.de

Dissertationsprojekte

  • abgeschlossen und veröffentlicht:

Bernhard Waritschlager, Die Opera seria bei Joseph Haydn. Studien zu Form und Struktur musikalischer Affektdramaturgie in "Armida" und "L’anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice" (Mus.wiss. Schriften d. Hochsch. f. Musik u. Theater München 2), Tutzing 2005

Lucie Fenner, Erinnerung und Entlehnung im Werk von Charles Ives (Mus.wiss. Schriften d. Hochsch. f. Musik u. Theater München 3), Tutzing 2005

Klaus Ritzkowski, Interpretation lesen. Analytische Studien zur Interpretation von Anton Weberns Klaviervariationen op. 27 (Mus.wiss. Schriften d. Hochsch. f. Musik u. Theater München 5), Tutzing 2009

Kilian Sprau, Liederzyklus als Künstlerdenkmal - Studie zu Robert Schumann, Sechs Gedichte von Nikolaus Lenau und Requiem op. 90. Mit Untersuchungen zur zyklischen Liedkomposition und zur Künstlerrolle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Mus.wiss. Schriften d. Hochsch. f. Musik u. Theater München 8), München 2016

Wolfgang Antesberger, Die deutschsprachigen Liedern mit Pianoforte von Johann Wenzel Tomaschek, St. Ottilien 2018

Felicitas Winter, Opernorchester Deutschlands zur Zeit des Nationalsozialismus - Klangkörper und ihre Dirigenten (Mus.wiss. Schriften d. Hochsch. f. Musik u. Theater München 12), München 2019

  • abgeschlossen und in Belegexemplaren vorgelegt:

Christian Wolf, "Studien zur Entstehung der Oper 'Salome' von Richard Strauss"

  • abgeschlossen und in Vorbereitung für den Druck:

Frederike Möller, "Wahnsinn als Sujet im Musiktheater Wolfgang Rihms"

Christoph Teichner, "Thematisch-systematisches Verzeichnis der Werke Ignaz Franz von Beekes"

  • in progress:

Tobias Albrecht, "Das deutschsprachige Musiktheater der Mannheimer Schule"

Guido Erdmann, "Die Duettkantaten des Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner"

Christian Förschner, "Intertextuelle Aspekte in der niederländischen Déploration des 15. und 16. Jahrhunderts"

Jürgen Geiger, "Klaviermusik der spätromantisch geprägten 'Russischen Schule' und russische Orgelmusik - Relationen und Transformationen"

Michael Herrschel, "Schönberg als Rezitator: Studien zum Grenzbereich Sprechen/Singen"

Lorenz Höß, "Die Kantaten der Fastenzeit des Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner"

Anna Neumann, "Die Orchestersuite im 19. Jahrhundert"

Daniel Scholz, "Zur Analyse jüngerer Chart-Hits hinsichtlich produktionsspezifischer Nichtprimärkomponenten"

Markus Weng, "Das Klavierwerk von Morton Feldman"

Feeds