Dr. Kilian Sprau


Vita

Kilian Sprau studierte Schulmusik, Musiktheorie, Gehörbildung und Klavier an der Hochschule für Musik und Theater München sowie am Mozarteum Salzburg, außerdem Musikwissenschaft und Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2016 wurde er mit seiner Dissertation Liederzyklus als Künstlerdenkmal promoviert, die sich am Beispiel von Robert Schumanns Lenau-Liedern op. 90 mit gattungsgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Aspekten zyklischer Liedkomposition um 1850 auseinandersetzt. Derzeit bereitet er in Zusammenarbeit mit dem Richard-Strauss-Institut Garmisch-Partenkirchen ein neues Forschungsprojekt im Bereich Performance Studies vor. Ziel des Vorhabens, das die Auswertung eines umfangreichen Korpus von Tonaufnahmen vorsieht, ist die Gewinnung von Erkenntnissen über den Wandel performance-stilistischer Konventionen im Bereich des spätromantischen Liedgesangs.
Kilian Sprau ist Dozent am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg, wo er die Lehramtsstudiengänge in den Fächern Musiktheorie und Gehörbildung betreut. An der Münchener Musikhochschule erfüllt er Lehraufträge für Musiktheorie und Gehörbildung sowie Korrepetition im Bereich Gesang/Musiktheater. Im Wintersemester 2016/17 übernahm er eine Professurvertretung an der Folkwang Universität Essen im Fach Didaktik der Musiktheorie. Er konzertiert als Liedbegleiter im Duo mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern; mehrere CD-Aufnahmen dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit. Zwischen 2009 und 2015 leitete er eine Liedklasse am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind: Vokalmusik des 17.–21. Jahrhunderts, insbesondere das Kunstlied, unter hermeneutischem und aufführungspraktischem Aspekt; Musik als Bedeutungsträger im soziokulturellen Kontext; Didaktik der Musiktheorie.


Schriftenverzeichnis

Bücher:

  • Liederzyklus als Künstlerdenkmal. Studie zu Robert Schumann, Sechs Gedichte von Nikolaus Lenau und Requiem op. 90. Mit Untersuchungen zur zyklischen Liedkomposition und zur Künstlerrolle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Musikwissenschaftliche Schriften der Hochschule für Musik und Theater München, Bd. 8). München 2016.
  • Axel Bauni / Werner Oehlmann / Kilian Sprau / Klaus Hinrich Stahmer: Reclams Liedführer. 6., völlig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 2008.

Aufsätze:

  • „écoute-les s’ajouter les mots“ – Zur sprachbezogenen Musik Klaus Hinrich Stahmers, in: Theresa Henkel / Franzpeter Messmer (Hgg.), Klaus Hinrich Stahmer (Komponisten in Bayern 60). München 2016. S. 65–82.
  • „Lass dich eropern!“ – Improvisiertes Musik-Theater, in: Jürgen Blume / Konrad Georgi (Hgg.), Musiktheorie und Improvisation. Kongressbericht der 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Musiktheorie 2009, Mainz 2015. S. 137–141.
  • Rezension zu: Barnabé Janin, Chanter sur le livre. Manuel pratique d’improvisation polyphonique de la Renaissance (XVe et XVIe siècles). 2. Auflage, Lyon: Symétrie, 2014, in: Zeitschrift für Musiktheorie 11 (2014). S. 271–274.
  • Wider die „Tyrannei des Taktes“. Gedanken zur Metrik in Robert Schumanns „Träumerei“ op. 15 Nr. 7, in: Ralf Kubicek (Hg.), Musiktheorie und Vermittlung. Didaktik · Ästhetik · Satzlehre · Analyse · Improvisation (Paraphrasen – Weimarer Beiträge zur Musiktheorie 2). Hildesheim u.a. 2014. S. 177–183.
  • ›Polyvalenz‹ der Form. Beobachtungen zu einer analytischen Kategorie am Beispiel von Johannes Brahms Unbewegte laue Luft, op. 57/8, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 10 (2013). S. 47–60.
  • [Einzelkapitel zu:] opp. 57, 58, 59, 63, 74, 94, 95, 109 sowie WoO 17 und 18, in: Claus Bockmaier / Siegfried Mauser (Hgg.): Johannes Brahms. Interpretationen seiner Werke, Laaber 2013.
  • Zwischen Öffentlichkeit und Intimsphäre – Ludwig II. im Kunstlied, in: Peter Wolf / Evamaria Brockhoff / Margot Hamm / Barbara Kink (Hgg.), Götterdämmerung. König Ludwig II. von Bayern (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 59). Darmstadt 2011. S. 195–199.
  • Veronika Stüben / Kilian Sprau / Ulrich Kaiser / Stefan Rohringer: Im Dialog mit den Studierenden, in: Clemens Kühn, Musiktheorie lehren. Zu einer Umfrage an den deutschen Hochschulen, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 7 (2010). S. 9–60, hier: S. 37–41.

Herausgebertätigkeit:

Seit 2013 Mitglied im Herausgeberteam der Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie (ZGMTH). Bisher betreute Ausgaben:

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