Dr. Tobias Reichard

 

Tobias ReichardVita

Tobias Reichard studierte von 2006 bis 2011 historische Musikwissenschaft, italienische Literaturgeschichte und Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg. Zwischen 2013 und 2015 war er Stipendiat des DAAD, der Musikabteilung des Deutschen Historischen Instituts in Rom und des Deutschen Studienzentrums Venedig. An der Universität Hamburg wirkte er von 2014 bis 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, wo er zudem eine Dissertation zu den „deutsch-italienischen Musikbeziehungen unter Hitler und Mussolini bis 1943“ verfasste. 2017 bis 2019 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth, daneben Ko-Kurator der Ausstellung „Hitler.Macht.Oper“ (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, 15. Juni 2018 bis 3. Februar 2019). Seit März 2020 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Ben-Haim-Forschungszentrums der HMTM.

Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts, Musik in Diktaturen sowie historische Musiktopographie.

Kontakt: tobias.reichard[at]hmtm.de | Twitter: @BenHaimZentrum

 

Schriftenverzeichnis und Vorträge

Selbstständige Publikationen:

  • Musik für die 'Achse'. Deutsch-italienische Musikbeziehungen unter Hitler und Mussolini bis 1943 (Musik und Diktatur, Bd. 3), Münster, New York 2020 (ausgezeichnet mit dem ifa-Forschungspreis „Auswärtige Kulturpolitik“ 2020 des Instituts für Auslandsbeziehungen Stuttgart)
    • Rezension von Friedemann Pestel für H-Soz-Kult, 3. September 2021 (Link)

Als Herausgeber:

  • mit Silvia Bier, Anno Mungen, Daniel Reupke: Hitler.Macht.Oper. Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920–1950 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 40), Würzburg 2020
  • mit Anno Mungen, Alexander Schmidt: Hitler.Macht.Oper. Propaganda und Musiktheater in Nürnberg, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, 15. Juni 2018 bis 3. Februar 2019, Petersberg 2018

Aufsätze:

  • „Sounding Out the Ghetto: Spatial Aspects of Jewish Musical Life During the Nazi Era“, in: Oxford Handbook of Jewish Music, hg. von Tina Frühauf (Druck in Vorbereitung)
  • La théâtralité de la prison. Fidelio pendant le nazisme“, in: Le Fidelio de Beethoven. Transferts, circulations, appropriations (1789–XXIe siècle), hg. von Philippe Gumplowicz, Caroline Moine, Patrice Veit, Jean-Claude Yon (Druck in Vorbereitung)
  • „Beethoven in der Synagoge – Musik und Raum im jüdischen Kulturbund München 1933–38“, in: Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Aktuelle Fragen und Positionen, hg. von Thomas Otten (Druck in Vorbereitung)
  • „Eine ‚abgeschlossene Sache‘? Zu einer Topographie jüdischen Musiklebens im NS-Staat am Beispiel Münchens“, in: Jüdische Musik im süddeutschen Raum / Mapping Jewish Music of Southern Germany (Musikwissenschaftliche Schriten der Hochschule für Musik und Theater München 16), hg. von Tina Frühauf und Claus Bockmaier, München 2021, S. 33–60
  • „Verfolgungsinstrument Schwarze Liste – Antisemitische Musikpolitik im Zeichen der ‚Achse Berlin-Rom‘“, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 100 (2020), Themenschwerpunkt: Archive und Bibliotheken im Fokus musikwissenschaftlicher Forschungsdiskurse, S. 114–133
  • „Von der Gralsburg zum Lichtdom – Auf dem Weg zum nationalsozialistischen Gesamtkunstwerk“, in: Hitler.Macht.Oper. Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920–1950 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 40), hg. von Silvia Bier, Anno Mungen, Tobias Reichard und Daniel Reupke, Würzburg 2020, S. 61–86
  • mit Silvia Bier, Anno Mungen, Daniel Reupke: „Hitler.Macht.Oper. Zur Einführung“, in: Hitler.Macht.Oper. Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920–1950 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 40), hg. von dens., Würzburg 2020, S. 1–25
  • „Hitler.Macht.Oper – Eine Auswahlbibliographie“, in: Hitler.Macht.Oper. Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920–1950 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 40), hg. von Silvia Bier, Anno Mungen, Tobias Reichard und Daniel Reupke, Würzburg 2020, S. 547–586
  • „‚…seinerzeit zu stark antideutsch hervorgetreten‘. D’Annunzio und die deutsche Politik“, in: Kunst wird Macht. Gabriele D’Annunzio und Richard Wagner (Impulse – Villa Vigoni im Gespräch 15), hg. von Immacolata Amodeo und Bettina Vogel-Walter, Stuttgart 2020, S. 137–150
  • mit Friedrich Geiger: „‚Psychologie der Volksseele‘. Rienzi und die Inszenierung der Masse“, in: wagnerspectrum 22, Heft 2 (2015), S. 115–136

Kleinere Beiträge und Rezensionen:

  • „Parallele Welten. Jüdisches Musikleben im nationalsozialistischen München“, in: Mimeo, 17. August 2021 (Link)
  • Sammelrezension „Norwegisch-deutsche Musikbeziehungen im 20. Jahrhundert“ (The Nordic Ingredient. European Nationalism and Norwegian Music since 1905, hg. von MichaelCustodis und Arnulf Mattes, Münster  2019; Persecution, Collaboration, Resistance. Music in the Reichskommissariat Norwegen (1940-45), hg. von Ina Rupprecht, Münster 2020), in: H-Soz-Kult, 6. April 2021, www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-94755
  • „Geheimnisvoller Dämmerschein. NS-Propaganda und Musiktheater in Nürnberg“, in: Oper & Tanz. Zeitschrift für Opernchor und Bühnentanz, Ausgabe 02/18, S.12–14
  • Rezension zu Mauro Fosco Bertola, Die List der Vergangenheit. Musikwissenschaft, Rundfunk und Deutschlandbezug in Italien, 1890 – 1945, in: Musiktheorie 29 , Heft 4 (2014), S. 370–371

Vorträge:

  • „Zwischen ‚Insel‘ und ‚Ghetto‘. Aspekte jüdischen Musiklebens in München während der NS-Zeit“, im Rahmen der Ringvorlesung Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland, Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg, 13. Januar 2022
  • „Musikalische Besetzungen. Zum Verhältnis von Musik, Stadt und Gefährdung im Nationalsozialismus“, im Rahmen der Ringvorlesung Gefährdung und die Neu-/Umordnung städtischer Räume, Münster Urban Research Network, Münster, 10. Dezember 2021
  • „Notes of Absence. Music and the Representation of Power in German-Italian Relations during World War II“, im Rahmen der Tagung Transnational Perspectives on Music, Sound and (War) Propaganda (1914–1945), Zürich, 21.–23. Oktober 2021 (virtuell)
  • „Beethoven in der Synagoge. Musik und Raum im jüdischen Kulturbund München 1933–38“, im Rahmen der Tagung Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Aktuelle Fragen und Positionen, MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln und Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldor, 12.–13. April 2021
  • „‚Volksbefreiungsoper‘? Fidelio in drei Diktaturen“, im Rahmen des Symposiums ‚Kunst und Revolution‘. Semperoper, Schauspielhaus und der Herbst 1989, Semperoper und Schauspielhaus Dresden, 5.–6. Oktober 2019
  • „Festwiese mit Feldherrenzelt. Staatliche Repräsentation der Staatsoper im Zweiten Weltkrieg“, im Rahmen der Tagung Freiheiten und Zwänge – Die Staatskapelle Berlin zwischen 1919 und 1955 (Symposion 450 Jahre Staatskapelle Berlin IV), Staatsoper Unter den Linden Berlin, 18.–20. Januar 2019
  • „Die Theatralität des Kerkers. Fidelio im Nationalsozialismus“, im Rahmen der Tagung Fidelio, un ‚véritable‘ opéra? / Ist Fidelio eine ‚echte‘ Oper? Abschlusstagung des Forschungsprojektes „Fidelio von Beethoven. Kulturtransfer, Zirkulation, Aneignungen von 1798 bis ins 21. Jahrhundert“, in Kooperation mit Beethoven-Haus Bonn, Centre Marc Bloch Berlin, EHESS (Centre Georg Simmel) Paris, Université Paris-Saclay, Université de Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines (Centre d’histoire culturelle des sociétés contemporaines), Université d’Evry-Val d’Essonne (Laboratoire Synergie Langues Arts Musique - SLAM), Universität Zürich, Opéra Comique, Paris, 13.–15. Dezember 2018
  • „‚…seinerzeit zu stark antideutsch hervorgetreten‘. D’Annunzio und die deutsche Politik“, im Rahmen der Tagung Bayreuth italiano! Gabriele D’Annunzio und Richard Wagner (in Zusammenarbeit mit dem Vittoriale degli Italiani und dem Richard-Wagner-Museum Bayreuth), Villa Vigoni, 22./23. September 2017
  • „Propaganda mit Puccini? ‚Madama Butterfly‘ im Zweiten Weltkrieg“, im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung, Mainz, 15. September 2016
  • „Musica italiana e musica tedesca nel ventennio fascista”, im Rahmen des Workshops Musicologia nell’ambito del fascismo. Prospettive italo-tedesche, Deutsches Historisches Institut, Rom, 11. Dezember 2013

Wissenschaftsvermittlung:

  • „Orchestrierte Entlassung. Musiker zur Zeit des Nationalsozialismus“, Interview mit Deutschlandfunk/Musikszene (Marie König), Sendetermin: 23. Februar 2021 (Link)
  • „Tobias Reichard über das Ben-Haim-Forschungszentrum für jüdische Musik“, Interview mit Deutschlandfunk Kultur/Musikjournal (Marie König), Sendetermin: 18. Januar 2021 (Link)
  • „Münchner Ben-Haim-Forschungszentrum erforscht jüdische Musik in Süddeutschland“, Interview mit Deutschlandfunk Kultur (Carsten Beyer) über das Zentrum und den Komponisten Paul Ben-Haim, Sendetermin 29. Juni 2020 (Link)
  • „Beifall bleibt zu unterlassen“, Interview und Bericht von Ekaterina Kel, Süddeutsche Zeitung, 21. Mai 2020
  • Furtwängler und Toscanini, Interview für Musikerduelle, Fernsehproduktion im Auftrag von Arte, Regie: Thomas von Steinaecker, Sendetermin: Juni 2020
  • „Hitler und die Oper. Wie die Nazis in Bayreuth und anderswo ihre Propaganda aufzogen“, Interview für Capriccio im Auftrag des Bayerischen Rundfunks/BR Fernsehen, Regie: Lydia von Freyberg, Sendetermin: 24. Juli 2018
  • Ko-Kuratorierung der Ausstellung „Hitler.Macht.Oper. Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950“ (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, 15. Juni 2018 bis 3. Februar 2019)
  • „Wie funktioniert eigentlich Oper?“, Interview für den Deutschlandfunk (Dagmar Penzlin), Sendetermin: 7. November 2017
  • „Oper, Macht und Propaganda. Nürnbergs Musiktheater im Dritten Reich“, Interview für den Bayerischen Rundfunk (Wolfgang Schicker), Sendetermin: 22. September 2017
  • „Was Hitler von der Oper lernen konnte“, Interview für den Nordbayerischen Kurier, 31. Mai 2017

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